Solidarität statt Ohnmacht
Shownotes
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Liebe Grüße Yvonne
Musik: Envato Elements Item
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00:00:27: und herzlich willkommen bei Ivanon Moments.
00:00:30: Dir geht es wahrscheinlich wie mir, wenn du aktuell auf Social Media unterwegs bist oder die Nachrichtenseiten aufmachst, dass es einen fast erschlägt und man denkt, was ist mit der Welt passiert?
00:00:46: Und wenn ich durch Social Media skrolle und sehe, welche Ausmaße, die Gewalt auf den Straßen in den USA durch die Eisbehörde gerade annimmt oder wie viele Tausende Menschen im Iran gerade ums Leben kommen.
00:01:07: Frauen und Männer, die auf die Straße gehen, die Frau Leben Freiheit rufen, wie das Internet abgeschaltet wird, damit die Welt nicht sieht, was da eigentlich gerade passiert.
00:01:19: Parallel werden gerade wieder die Koden und Jesiden im Syrien vertrieben, wieder einmal Menschen, die gerade erst angefangen hatten, etwas Eigenes aufzubauen, der Krieg in der Ukraine, der einfach nicht aufhören will, die humanitäre Katastrophe im Sudan, die jungen Menschen, die Jensis in Tansania, die für ihre Zukunft kämpfen.
00:01:45: Und ich sitze hier in meinem warmen Haus mit meinen kuscheligen Pferdchen und anderen Tieren vor der Tür und frage mich, was kann ich tun?
00:01:56: Was kann ich schon ausrichten?
00:01:59: Und du kennst wahrscheinlich dieses Gefühl der Ohnmacht, dieses Gefühl, wenn man in so einem Fries-Modus landet, wo das Nervensystem runterfährt, wie quasi erstarrt.
00:02:12: Diese diese Körper-Hilflosigkeit, die sich im Körper zeigt, das ist so ein Stress, wo es keinen Ausweg gibt.
00:02:20: Ja, der Cortisol-Spiegel steigt, aber irgendwie hat man das Gefühl, es gibt keine Entladung, es gibt keine Hoffnung.
00:02:29: Und ich möchte dir aber sagen, sobald du irgendetwas tust und sei es noch so etwas ganz, ganz Kleines.
00:02:38: Ja, egal wie klein.
00:02:40: Dann bringst du wieder Bewegung in diesen Zustand.
00:02:43: Ja, auch in dein Körper.
00:02:46: Und gibst deinem Körper das Signal, hey, ich bin dem nicht ausgeliefert, ich kann etwas tun.
00:02:53: Und das allein wird dir helfen, dein Nervensystem zu regulieren.
00:02:58: Es gibt nämlich ein Konzept namens Selbstwirksamkeit.
00:03:01: Das ist das Gefühl, dass man Einfluss auf die Welt haben kann.
00:03:06: Und das ist eine der stärksten Schutzfaktoren, die wir haben für unsere psychische Gesundheit.
00:03:12: Weil Ohnmacht zerstört diese Selbstwirksamkeit.
00:03:16: Aber Handeln baut sie wieder auf.
00:03:19: Und das hilft uns, aus dieser Isolation herauszutreten.
00:03:23: Und Handeln kann heißen, Solidarität zu zeigen.
00:03:28: Wer nämlich Solidarität mit den Frauen zum Beispiel im Iran zeigt, wenn ich mir da die Bilder ansehe und sehe, wie mutig diese Frauen sind, die ihre Kopftücher abnehmen, die tanzen, die singen und die gleichzeitig wissen, dass sie dafür sterben können und das trotzdem tun.
00:03:51: Da sind Menschen wie du und ich, da sind Mütter, Töchter, Frauen.
00:03:56: die einfach nur frei sein wollen.
00:04:00: Und sobald ich Solidarität zeige mit diesen Menschen, bin ich Teil eines Netzwerkes, das viel, viel größer ist als mein kleines Individuum.
00:04:12: Dass zutiefst menschlich ist.
00:04:14: Denn ich glaube, Ohnmacht ist eine Lüge, die wir uns selbst erzählen.
00:04:20: Nicht weil wir faul sind oder weil wir gleichgültig sind, sondern... Weil die Wahrheit so überwältigend ist, dass unser Nervensystem sagt, das ist mir zu viel.
00:04:32: Ich scroll lieber weiter, ich mach die Augen zu.
00:04:36: Denk an was anderes, denk an was Schönes.
00:04:39: Das ist menschlich, das ist ein Selbstschutz.
00:04:42: Aber es ist auch nicht die ganze Wahrheit.
00:04:44: Die ganze Wahrheit ist, wir sind nicht machtlos.
00:04:47: Wir fühlen uns nur so.
00:04:49: Und jetzt fragst du dich, was können wir eigentlich tun?
00:04:54: Was kann ich denn schon machen?
00:04:57: Ich kann doch die Mulas im Iran nicht stürzen.
00:05:01: Erstens, was du als Allererstes tun kannst, ist nicht wegskrollen.
00:05:07: Du kannst dir die Geschichten anhören und das alleine ist schon ein Akt des Widerstands gegen diese Gleichgültigkeit.
00:05:14: Du kannst, wenn du auf Instagram tolle Beiträge siehst, die erneut veröffentlichen.
00:05:21: Du kannst sie in deinen Stories zeigen.
00:05:24: Zweitens, du kannst darüber sprechen.
00:05:27: Mit Freunden, mit der Familie, in den sozialen Medien, was wir sowieso tun sollten, was auch die politische Situation gerade in Deutschland betrifft.
00:05:38: Der Rechtsdruck, der immer stärker wird.
00:05:41: Du musst das nicht tun als Expertin.
00:05:43: Das bin ich auch nicht.
00:05:45: Aber wir sollten es tun als Mensch.
00:05:48: Der sagt, das geht mich etwas an.
00:05:51: Das geht uns alle etwas an.
00:05:53: Drittens, wir haben immer die Möglichkeit konkret zu unterstützen.
00:05:58: Es gibt so wundervolle Organisationen da draußen, die vor Ort arbeiten.
00:06:05: Das sind Ärzte ohne Grenzen.
00:06:09: Das ist Amnesty International, Medico.
00:06:13: spezifische Hilfsorganisationen für Jesiten, für Koden, für die Ukraine.
00:06:18: Und wenn du auch da jetzt denkst, oh Gott, ja, da müsste ich mich jetzt erstmal durchskrollen.
00:06:25: Wem gebe ich denn da mein Geld?
00:06:27: Es gibt zum Beispiel, dass Bündnisentwicklung hilft.
00:06:31: Ja, das ist ein Netzwerk, das humanitäre Hilfsorganisation vereint.
00:06:37: Da ist Brot für die Welt dabei, da ist Plan dabei.
00:06:42: Da ist die Welthungerhilfe dabei.
00:06:46: Medical International ist dabei.
00:06:49: Ich verlinke das alles unten in den Shownotes.
00:06:52: Und wenn es nur fünf Euro sind, selbst wenn du sagst, ich habe nicht so viel Geld, manchmal reichen auf fünf Euro.
00:07:00: Stell dir vor, tausende Menschen spenden einfach nur fünf Euro.
00:07:05: Das ist eine Menge Geld.
00:07:07: Du kannst auf Change Org gehen und ... Petitionen unterschreiben.
00:07:12: Viertens, du kannst natürlich deine eigene Freiheit nutzen.
00:07:16: Wir leben ja in einem Land, in dem wir sagen dürfen, was wir denken, in dem wir auf die Straße gehen können, in dem wir wählen können.
00:07:24: Und das ist nicht selbstverständlich, das ist unser Privileg und ich finde, dieses Privileg verpflichtet.
00:07:31: Ich arbeite ja mit Frauen, die gelernt haben.
00:07:34: sich klein zu machen.
00:07:35: Die gelernt haben, ihre Stimme zu dämpfen, ihre Bedürfnisse hinten anzustellen, unsichtbar zu sein, damit andere sich groß fühlen.
00:07:45: Und ich sehe, das ist nicht nur ein persönliches Thema, das ist politisch.
00:07:50: Jede Frau, die lernt, ihre Stimme zu erheben, verändert etwas in ihrer Familie, in ihrer Umgebung, in der Welt.
00:07:58: Die Frauen im Iran wissen das.
00:08:00: Und diese Frauen, die riskieren alles dafür, die riskieren ihr Leben.
00:08:05: Und wir, wir können wenigstens das Risiko eingehen, unbequem zu werden, laut zu sein, sichtbar zu sein.
00:08:14: Glaubst du allen Ernstes, wenn viel mehr Frauen in verantwortungsvollen Positionen, vor allem in politischen Positionen sitzen würden, hätten wir diese Katastrophen, auf die wir jetzt jeden Tag schauen?
00:08:30: Ich glaube nicht.
00:08:32: Ich will ehrlich mit dir sein, ich habe überhaupt keine Lösung für diese aktuellen Probleme für die Weltlage, in der wir gerade stecken.
00:08:40: Ich kann den Krieg in der Ukraine nicht beenden.
00:08:43: Ich kann die Mulas im Iran nicht stürzen.
00:08:47: Ich kann die Jesiten nicht beschützen, aber ich kann mich weigern, wegzuschauen.
00:08:52: Ich kann meine Stimme nutzen.
00:08:55: Auch wenn die Reichweite nur gering ist, ist mir egal.
00:08:59: Ich kann diese Stimme nutzen und Solidarität zeigen.
00:09:04: Nicht als große Geste, sondern als tägliche Unterstützung.
00:09:09: Denn Solidarität heißt nicht, ich rette dich.
00:09:12: Solidarität heißt, ich sehe dich, ich höre dich.
00:09:16: Du bist nicht allein.
00:09:18: Und manchmal ist das alles, was wir geben können.
00:09:20: Und manchmal ist das mehr, als wir denken.
00:09:24: Also, wenn du diesen Podcast jetzt hörst und dich fragst, Was du tun kannst, dann hast du schon angefangen und hast hingehört.
00:09:33: Und der nächste Schritt kann klein sein.
00:09:36: Es kann ein Post sein, der deine Solidarität zeigt.
00:09:40: Es kann ein Beitrag sein, den du nochmals teilst.
00:09:44: Es kann eine Unterschrift bei Changeorg sein.
00:09:47: Es können fünf Euro sein, die du irgendwo spendest.
00:09:52: Das klingt vielleicht klein.
00:09:54: Aber aus vielen kleinen Dingen entsteht etwas größeres.
00:09:58: Danke, dass du bis hierhin zugehört hast.
00:10:00: Pass auf dich auf und pass auf die Welt auf.
00:10:04: Bis zum nächsten Mal.
00:10:05: Tschüss.
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